Bergwaldbeschluss mit neuem Leben füllen

30 Jahre! So alt ist inzwischen der damals richtungsweisende Bergwaldbeschluss des Bayerischen Landtags. Auf Antrag der CSU-Fraktion wurde damals beschlossen, angesichts der besonderen Schutzfunktion des Bergwaldes die Anstrengungen zu seinem Schutz zu intensivieren. So sollten z.B. grundsätzlich keine Rodungen im Bergwald für neue Freizeiteinrichtungen (z.B. Wintersport) oder neue Infrastruktureinrichtungen zugelassen werden. Des Weiteren sollte zur Stabilisierung des Schutzwaldes das Schalenwild so reguliert werden, dass die standortgerechte natürliche Verjüngung ohne Schutzvorrichtungen (Zaun, Einzelschutz) möglich ist.

Die Bedeutung des Bergwaldes ist nach wie vor unbestritten. Bergwald dient als natürlichen Wasserspeicher zum Schutz vor Hochwasser und Stabilitätsfaktor für die Berghänge Schütz er die Anwohner im Thal vor Erosionen.

Trotz erheblicher finanzieller Aufwendungen (seit 1986 wurden 80 Mio. € aufgewendet) ist die Schutzwaldsanierungsfläche von 8887 ha im Jahr 1987 auf jetzt knapp 13500 ha gestiegen.

Noch immer verhindert eine zu hohe Verbissbelastung vor allem eine ausreichende Verjüngung der Tanne und in manchen Bereichen auch die der Edellaubhölzer. Dies wird auch vom letzten forstlichen Vegetationsgutachten des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten so bescheinigt. 30 Jahre danach ist es Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme.

Auf Initiative des Grünen Forstexperten Markus Ganserer haben die Fraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen und SPD deshalb einen Antrag auf Durchführung einer Anhörung zur Situation des Bergwaldes eingereicht. Dieser wurde im Landwirtschaftsausschuss in seiner Sitzung am 01.10.14 einstimmig angenommen. Für Markus Ganserer eine erfreuliche Entscheidung mit der dem Bergwaldbeschluss neues Leben eingehaucht wird.

Antrag vom 11. Juli 2014 – Für eine Anhörung zum Bergwald

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