Elektromobilität: in Bayern Seltenheitswert

Elektromobilität: Freistaat weder Vorbild noch Vorreiter

Markus Ganserer: „Beim Kauf von Dienstfahrzeugen müssen sparsame Fahrzeuge und insbesondere Elektrofahrzeuge berücksichtigt werden.“

 

München (22.12.2014/lmo). Für die Landtags-Grünen ist die Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, nach der sich die bayerischen Kommunen bisher schwer tun, ihren Fuhrpark auf Elektroautos umzurüsten, keine Überraschung. „Auch die CSU-Regierung ist hier weder Vorbild noch Vorreiter“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher Markus Ganserer und verweist auf eine grüne Anfrage. „Bei der Förderung von Elektromobilität wird mit angezogener Handbremse agiert.“

Der Fuhrpark des Freistaats Bayern bestehe aus 11.970 Dienstfahrzeugen, 2013 seien 1848 neu beschafft worden. „Leider waren hier gerade einmal ein reines Elektroauto und zwei Hybrid-Fahrzeuge dabei.“ Von den neu angeschafften Dienstfahrzeugen hätten nur 150 – also weniger als 10 Prozent – einen CO2-Ausstoß von unter 120 g/km. „Es sind also keine nennenswert sparsamen Fahrzeuge im Einsatz, die bayerische Fahrzeugflotte ist insgesamt gesehen wenig umweltfreundlich“, so Markus Ganserer. Die Euro-6-Abgasnorm, die ab 1. September 2015 ohnehin für alle neu zugelassenen PKW  bindend sei, würden nur 63 Fahrzeuge erfüllen. „Das ist erbärmlich.“

Die Landtags-Grünen fordern eine Beschaffungsoffensive. „Beim Kauf von Dienstfahrzeugen müssen verstärkt sparsame Fahrzeuge und insbesondere Elektrofahrzeuge berücksichtigt werden.“ Mit dem von der Bundesregierung geplanten Elektromobilitätsgesetz und den darin vorgesehenen kostenlosen Parkplätzen werde der Absatz von Elektroautos nicht steigen. Markus Ganserer: „Aber die öffentliche Hand könnte etwas tun. Mit einem vorbildlichen Fuhrpark kann man deutliche Marktanreize schaffen. Man muss es nur wollen.“

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