Die Natur bleibt auf der Strecke

Fragwürdiger Ausbau

Pressemitteilung vom 15. November 2016

Deutenheimer Steige: Verdoppelung der Baukosten

Der geplante Ausbau der Staatsstraße 2253 bei Deutenheim stand wegen der enormen Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen bereits deutlich in der Kritik, nicht nur bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sondern auch bei vielen Deutenheimer Bürgerinnen und Bürger. Diese organisierten deshalb sogar eine Protestaktion in Deutenheim. Wie nun der grüne Landtagsabgeordnete Markus Ganserer als Antwort auf seine schriftliche Anfrage von der Staatsregierung erfahren hat, wird das geplante Projekt mit geschätzten Kosten von 4,7 Millionen Euro doppelt so teuer als erwartet. Bisher waren etwa 2 Millionen Euro vom Bauamt eingeplant.

Neben der deutlichen Kostensteigerung und des starken Flächenverbrauchs stellt Ganserer die Begründung der Planung aus Sicht der verkehrlichen Notwendigkeit in Frage. „Bedauerlicherweise besitzt die Staatsregierung keine konkreten Zahlen zu der Verkehrsbelastung in Deutenheim.“ Sie verweist nur auf die Zählstelle am nördlichen Ortsausgang von Berolzheim, wonach auf der Staatsstraße 2253 zwischen Bad Windsheim und Sugenheim nur knapp 1.500 Fahrzeuge am Tag verkehren „Nach diesen Zählungen wäre die Staatsstraße weit unterdurchschnittlich belastet.“

Im landesweiten Durchschnitt liegt diese auf Staatsstraßen bei knapp 4000 Fahrzeugen am Tag. Noch dazu würden die Deutenheimer Bürgerinnen und Bürger durch diese Baumaßnahme nicht entlastet.

„Hier von einer Umgehungsstraße zu reden, kommt schon fast einer Mogelpackung gleich.“, so Ganserer.
Laut Staatsregierung diene die Staatsstraße 2253 als direkte Verbindung zwischen dem Mittelzentrum Bad Windsheim und dem Mittelzentrum Kitzingen. Für Benita Esch, die Vorsitzende der GRÜNEN in der Stadt Neustadt/Aisch sei das: „Eine sehr gewagte Behauptung.“ Für die Verbindung von Bad Windsheim nach Kitzingen brauche es diesen Ausbau nicht. Zwischen den beiden Städten gäbe es deutlich schnellere und bessere Verbindungen.
Wegen des starken negativen Eingriffs in den Naturhaushalt wären auch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen notwendig. Neben dem Flächenverbrauch für die neue Trasse kämen rund weitere 4 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen hinzu. Die erforderlichen Flächen sind jedoch noch nicht im Besitz des Freistaates Bayern.

„Wertvolle Flächen, die den Landwirten aufgrund einer bereits vorhandenen scharfen Flächenkonkurrenz mit zum Teil extrem hohen Pachtpreisen fehlen werden.“, ergänzt Ulrike Taukert, Kreisvorsitzende der GRÜNEN im Landkreis Neustadt / Aisch. Sie habe daher großes Verständnis, wenn die betroffenen Landwirte nicht bereit sind, für dieses fragwürdige Projekt ihr Land zu veräußern.

Antwort zur Schriftlichen Anfrage – Deutenheimer Steige

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