S-Bahn Nürnberg – Ausbaustufe 3 jetzt in Angriff nehmen

Pressemitteilung vom 24. Januar 2017

Die Verlängerung der S4 von Ansbach nach Dombühl sowie die Baumaßnahmen auf der S1 Richtung Bamberg sind noch nicht abgeschlossen. Für die Landtagsgrünen ist der Ausbau des Nahverkehrsnetzes im Großraum damit aber auch noch lange nicht beendet.

Konkret fordert der aus Nürnberger Landtagsabgeordnete und Verkehrsexperte seiner Fraktion Markus Ganserer, nun die Realisierung der Ausbaustufe 3 in Angriff zu nehmen.

Die beiden Anträge hierzu werden diesen Donnerstag, den 26.1.2017  im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags behandelt. Dabei handelt es sich um die Korridore West und Nordost. Im Nordosten betrifft es die rechte Pegnitzstrecke zwischen Nürnberg und Neuhaus an der Pegnitz sowie die Strecke entlang der Schnaittach nach Simmelsdorf-Hüttenbach. Im Westen handelt es sich um die Schienenstrecken nach Neustadt an der Aisch, Markt Erlbach und Cadolzburg.

Für beide Korridore wurden bereits 2008 von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) Studien in Auftrag gegeben. Speziell für den Korridor Nordost wurde ein Nutzen-Kosten-Indikator in Höhe von 1,29 ermittelt. Allerdings sei Voraussetzung hierfür die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Marktredwitz, die über den Bundesverkehrswegeplan mit Mitteln des Bundes finanziert werden soll. Der neue BVWP wurde Anfang Dezember 2016 vom Bundestag verabschiedet, die Elektrifizierung ist im Vordringlichen Bedarf enthalten. Die Vorplanungen laufen bereits.

Die Studie für den Westkorridor hat ergeben, dass aufgrund der hohen Auslastung der Strecke für einen S-Bahn-Verkehr zumindest abschnittsweise ein drittes Gleis erforderlich wäre. Auch hier wurden mit der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans die Grundlagen geschaffen. Der Bau eines dritten Gleises zwischen Fürth Hauptbahnhof und Siegelsdorf ist ebenfalls als Maßnahme im Vordringlichen Bedarf verankert.

„An den Kosten darf es nicht scheitern“, appelliert Ganserer. Für den Sektor Nordost wurden sie (Preisstand 2006) auf ca. 36,4 Mio. € beziffert. Der Ausbau im Sektor West wäre mit Infrastrukturinvestitionen in Höhe von ca. 83 Mio. € verbunden.  „Wenn die Staatsregierung bereit ist, 3,8 Milliarden € in der Münchner Innenstadt für den 2. S-Bahntunnel zu vergraben, dann darf der Ausbau der S-Bahn Nürnberg Stufe 3 nicht an den Kosten scheitern.“, so Ganserer.

Es wird Zeit, dass sich der Bayerische Landtag endlich mit diesen Plänen beschäftigt und entsprechende Weichenstellungen vornimmt, meint Ganserer.  Die Forderung nach dem Ausbau Stufe 3 existiert bereits seit Jahrzehnten. Der Regionalplan mit Fortschreibung von 2005 beinhaltet das Ziel, dass Planung, Ausbau und Betrieb des Nahverkehrsnetzes im S-Bahn-Standard auf den Bahnstrecken Nürnberg-(Neustadt a.d.Aisch, R 8), Fürth-Cadolzburg und auf der rechten Pegnitzstrecke angestrebt werden soll. Nicht zuletzt erheben auch die Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion seit Jahren die Forderung nach Realisierung der Ausbaustufe 3.

Antrag „S-Bahn Netz Nürnberg: Ausbaustufe 3 jetzt in Angriff nehmen I – Planungs- und Finanzierungsvereinbarung für Korridor Nord-Ost“

Antrag „S-Bahn-Netz Nürnberg: Ausbaustufe 3 jetzt in Angriff nehmen II – Korridoruntersuchung West neu überarbeiten“

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