Gewalt gegen Staatsbedienstete steigt

Markus Ganserer fordert mehr Gewaltprävention

Pressemitteilung vom 12. April 2017

München (12.4.2017/lmo). „Die Gewalt gegen Staatsbedienstete steigt“, erklärt Markus Ganserer, Sprecher für den Öffentlichen Dienst der Landtags-Grünen, und verweist auf eine grüne Anfrage. Der Großteil der Opfer sind Polizistinnen und Polizisten (6919 von 7180 Fällen im Jahr 2015), aber auch in anderen Ministerien und deren nachgeordneten Bereichen sind 260 Bedienstete Opfer von Gewalt geworden. Die Tendenz ist steigend: Bei der Polizei von 6278 Fällen (2010) auf 6919 (2015). In den anderen Verwaltungsbereichen stieg die Zahl von 81 (2010) auf 260 (2015). „Jedes Opfer ist eines zu viel.“

„Der Dienstherr muss sich hier vor seine Beschäftigten stellen“, sagt Markus Ganserer und fordert mehr Gewaltprävention. „In gefährdeten Bereichen muss eine systematische Risikobewertung der Arbeitsplätze erfolgen und das Personal im Umgang mit Konfliktsituationen geschult werden.“ Darüber hinaus muss – wie bei der Polizei üblich – jeder Fall konsequent zur Anzeige gebracht werden. Gegenwärtig geschieht das in den anderen Verwaltungsbereichen nur bei jedem zweiten Fall.

Keinerlei Zahlen konnte das Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst liefern. „Es gibt genug Meldungen, nach denen Lehrkräfte psychischer Gewalt oder Stalking ausgesetzt sind“, zeigt sich Markus Ganserer verwundert. So habe beispielsweise der Verband Bildung und Erziehung (VBE) im November 2016 eine repräsentative Studie veröffentlicht, an der auch 500 bayerische Lehrkräfte teilgenommen haben. Danach sind sechs Prozent der Lehrkräfte bereits Opfer tätlicher Angriffe geworden und sogar fast ein Viertel war von Bedrohungen, Beleidigungen und anderen Formen psychischer Gewalt betroffen. „Auch im Schulbereich muss es eine systematische Erfassung der Übergriffe geben.“

Schriftliche Anfrage mit Antworten betreffend Gewalt gegen Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst

Anlage mit Übersicht der Anzahl der zur Anzeige gebrachten Fälle in den Jahren 2010 und 2015

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