Bio erleben in Nürnberg

Bayern tut zu wenig für den Biolandbau

Beim Bio erleben 2008 mit Sepp Dxenberger, gottseelig

Beim Bio erleben 2008 mit Sepp Daxenberger, gottseelig

 

Beim Bio erleben in Nürnberg diskutierte ich am 19. Juli 2013 mit meinen MitbewerberInnen über Biolandbau in Bayern. Dabei geht es mir nicht  darum konventionelle Landwirte schlecht zu reden. Ich bin der Überzeugung, dass die allermeisten Landwirte ordentlich wirtschaften und von Herzen gerne gesunde Lebensmittel produzieren wollen. Es wäre aber genau so falsch zu leugnen, dass die EU-Agrarpolitik in den letzten Jahrzehnten Rahmenbedingungen geschaffen hat, unter denen Landwirte diesen Anspruch oft nicht gerecht werden können. Die Politik nach dem Prinzip „Wachse oder Weiche“ hat unsere Kulturlandschaft in ausgeräumte Agrarsteppen verwandelt und zu einem dramatischen Artensterben geführt.

Aus gutem Grund hat damals die Rot-Grüne Bundesregierung beschlossen, den Ökolandbau auf 20% zu erhöhen. Der Biolandbau leistet einen Mehrwert für alle: Das Einkommen je Arbeitskraft und der Gewinn je ha ist im Biolandbau höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Im Biolandbau wird durch einen höheren Humusgehalt in den Böden deutlich mehr C02 gespeichert. Somit leistet Biolandbau einen Beitrag zum Klimaschutz. Durch Verzicht auf Kunstdünger wird das Grundwasser besser geschützt und der Verzicht auf Pestizide leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt.

Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland mit 6,2 % Ökolandbau nur im Mittelfeld. Andere Länder, wie Österreich mit 17,2% oder Schweden mit 14,3%, sind uns weit voraus. Bayern wiederum ist kaum besser als der Bundesdurchschnitt und wird von Ländern wie deutlich überholt.

Passend zur Wahl hat die CSU Staatsregierung erklärt, den Ökoanbau bis 2020 zu verdoppeln. Doch damit würde Bayern deutlich hinter die Ziele der Bundesregierung zurückfallen. Und wer es beim Biolandbau ernst meint, der muss auch was dafür tun.

Gegenwärtig wird die Vermarktung von ökologisch und regional erzeugter Produkte mit jährlich 245 000 € gefördert. Wir haben den Antrag gestellt, den Betrag um 2 Millionen € zu erhöhen. Die CSU hat diesen Antrag abgelehnt.

Erst vor wenigen Monaten haben die Grünen gefordert, dass die Staatsregierung Maßnahmen ergreift, um den Anteil von Bioprodukten in Staatlichen Großküchen bis 2015 auf 20 % zu erhöhen und bei Staatsempfängen ausschließlich ökologisch erzeugte Lebensmitte an zu bieten. Dieser Antrag wurde von allen anderen Parteien im Landtag abgelehnt.

Nürnberg hat sich sogar noch ehrgeizigere Ziele gesetzt, als wir sie von der Staatsregierung gefordert haben. Um für Bioprodukte zu werben organisiert die Stadt jährlich das Bio Erleben auf dem Hauptmarkt. Bis 2014 soll der Anteil von Bioprodukten in allen Städtischen Betrieben auf 25 % erhöht werden und es gibt zahlreiche Kantinen, die dieses Ziel bereits erreicht haben.

Wenn ihr mich in den Landtag wählt, dann werde ich als erstes dafür sorgen, dass der Landwirtschaftsausschuss des Landtags nach Nürnberg kommt, um zu lernen wie man als öffentliche Hand den Biolandbau erfolgreich fördert.

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