Stromschlaggefahr für Großvögel

Jährlich verenden zahlreiche Vögel an Mittelspannungsmasten durch Stromschlag

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An diesem Masten sind die Isolatorenkerzen und Leiterseile mit einer Plastikabdeckung isoliert

 

Auch in Mittelfranken sind in den letzten Jahren mehrere Störche dem Stromtod zum Opfer gefallen. In Weißenburg habe ich bei einem Pressetermin zusammen mit Christian Magerl, dem Naturschutzexperten der Grünen Landtagsfraktion, auf das Problem aufmerksam gemacht. Bei seltenen Großvögeln, wie bei Störchen, ist jeder unnatürliche Tod eines Individuums ein herber Verlust für die gesamte Population. Dies gilt insbesondere in Jahren wie 2013, wo auf Grund der nasskalten Witterung viele Jungstörche nicht überlebt haben.

Das Problem des Stromtodes bei Vögeln ist seit langem bekannt. Deshalb hat Rot-Grün mit der Änderung des Bundesnaturschutzgesetz im Jahre 2002 die Netzbetreiber dazu verpflichtet, bis Ende 2012 alle Masten nachzurüsten und die gefährlichen Teile zu isolieren.

 

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Solche nicht isolierten Killermasten dürften es seit dem 1.1.2013 gar nicht mehr geben.

Dieser Pflicht sind aber die Netzbetreiber in Bayern nicht annähernd nach- gekommen. Dabei war es für die CSU-Staatsregierung seit Jahren absehbar, dass die Netzbetreiber diese Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes nicht fristgerecht umsetzen werden. Die CSU-Staatsregierung weiß noch nicht einmal, wie viele Masten die einzelnen Netzbetreiber in welchem Landkreis noch nachzurüsten haben, und möchte hier auf weitere Selbstverpflichtungen setzen. Dabei schreibt jedoch die Staatsregierung selbst, dass bei weiteren toten Störchen der Straftatbestand der Tötung einer besonders geschützten Art erfüllt sein könnte. Ein weiteres Hinauszögern ist daher nicht akzeptabel. Hier muss die Politik endlich stichprobenartige Kontrollen veranlassen und den Netzbetreibern klare Fristen zur Nachrüsten setzen.

 

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Mehr Informationen finden bei der NABU Arbeitsgruppe Stromtod

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