Staatsregierung verkennt Bedarf an geschultem Personal in der Holzernte

Markus Ganserer, der forstpolitische Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, zeigt sich verwundert über das fehlende Interesse der Bayerischen Staatsregierung an gut ausgebildetem Personal in einer zunehmend hochmechanisierten Holzernte. Der Forstexperte wollte in einer Anfrage an die Staatsregierung wissen, ob in Bayern, wie z.B. vom Qualifizierungsfond Forstwirtschaft gefordert, „Geprüfte Forstmaschinenführer“ ausgebildet werden bzw. welcher Bedarf besteht.

„Die Antwort der Bayerischen Staatsregierung lässt auf völliges Desinteresse des Ministers für eine notwendige Ausbildung der Forstmaschinenführer schließen. Obwohl der Anteil an einer mechanisierten Holzernte ständig steigt, gibt es nach Auskunft des Ministers offenbar keinen Bedarf an dafür qualifiziertem Personal. Die Bayerischen Staatsforsten  sind zur vorbildlichen Bewirtschaftung im Staatswald verpflichtet sind. So sollte es eine  Selbstverständlichkeit sein, dass dieser nur von gut ausgebildetem Personal bewirtschaftet wird.“

Ganserer zeigt sich deshalb sehr verwundert, dass die Bayerischen Staatsforsten über keinerlei Informationen zu den Qualifikationen der im Staatswald tätigen Forstmaschinenführer bei Forstunternehmen die Bayerischen Staatsforsten nicht.

Der Qualifizierungsfond Forstwirtschaft beschreibt einen Bedarf an „Geprüften Forstmaschinenführern“ von 155 Fachkräften pro Jahr in Deutschland, wobei tatsächlich nur 24 Fachkräfte pro Jahr ausgebildet werden. Für Markus Ganserer besteht deshalb im Waldland Bayern sehr wohl noch  noch einiger Nachholbedarf: „Da die Anforderungen an die Forstwirtschaft ständig steigen, muss auch die An- und Weiterbildung der in der hochmechanisierten Holzernte tätigen  Personen diesen Anforderungen angepasst werden.

Bereits die Hälfte des Holzeinschlages in Deutschland wird hochmechanisiert durchgeführt. Zurzeit sind rund 1400 Harvester in der deutschen Forstwirtschaft im Einsatz und mittelfristig wird mit einem Bedarf an 350 weiteren Vollerntern gerechnet.

Am 23. Juli 2009 wurde deshalb von der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, die Verordnung über die Anforderungen in der Prüfung zum anerkannten Abschluss Forstmaschinenführer/ -in veröffentlicht. Somit wurde erstmals eine bundeseinheitliche Fortbildungsregelung für die Fachkräfte im Bereich forstlicher Großmaschinen geschaffen. Um den Bedarf an gut ausgebildeten Forstmaschinenführern zu decken, wurde in einigen Bundesländern ein Vorbereitungskurs mit anschließender Prüfung zum „Geprüften Forstmaschinenführer“ angeboten.

Weitergehende Informationen:

Pressemitteilung vom 15.1.2014

Antwortschreiben des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Verwandte Artikel