Besseres Bahnangebot überfällig

Landtagsgrüne machen sich für ein besseres Bahnangebot zwischen München und Garmisch Partenkirchen stark

 

Weilheim – Wie auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Markus Ganserer (Sprecher für Mobilität) bekannt wurde, ist die Deutsche Bahn ihrer bereits zugesagten Verpflichtung zum Infrastrukturausbau im Werdenfelsnetz nicht im vollen Umfang nachgekommen.

In einem ersten Schritt fordern die Landtagsgrünen die Staatsregierung und die DB Netz AG  auf, die folgenden Maßnahmen, die eigentlich zum Fahrplanwechsel Ende 2013 hätten fertig sein müssen, zügig zu realisieren. Dazu gehören die Anhebung der Streckengeschwindigkeit zwischen Weilheim und Huglfing auf 140 km/h, der Bahnhofsumbau Ohlstadt, eine Geschwindigkeitsanhebung zwischen Garmisch-Partenkirchen und Griesen und auf der Strecke Tutzing-Kochel die Herstellung gleichzeitiger Zugeinfahrten im Bahnhof Seeshaupt. Diese Maßnahmen würden die Pufferzeiten bei Verspätungen reduzieren und sich damit fahrplanstabilisierend auswirken.

„Ebenso hoffen wir, dass die Züge möglichst rasch die Zulassung für eine Vierfachtraktion erhalten und dann die überfüllten Pendlerzüge morgens zwischen Tutzing und München auch damit gefahren werden.“

Wie der Betreuungsabgeordnete für den Landkreis Weilheim-Schongau und Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann betont, kann es am Geld  für den zweigleisigen Ausbau, wenigstens zwischen Tutzing und Murnau, nicht liegen. „Die Straßenbauprojekte rund um Garmisch, die im Zuge der Olympiabewerbungen angedacht wurden, hätten Gesamtkosten von 600 Millionen Euro zur Folge gehabt, also wesentlich mehr als der Ausbau dieser Strecke, den die Staatsregierung wegen angeblich zu hoher Kosten nicht realisieren will. Der Ausbau der Bahnstrecke ab Tutzing ist jedoch dringend von Nöten, um das jetzt schon störanfällige Netz zu stabilisieren und für einen Taktverkürzung fit zu machen.“

Außerdem scheint die die Staatsregierung zu verkennen, dass im Nachbarland Tirol längst eine andere Verkehrspolitik betrieben wird und Autobahnen und Bundesstraßen nicht mehr bis zur Grenze ausgebaut würden. Dadurch würden nach Realisierung der Garmischer Straßen-Projekte diese an der Grenze nicht fortgeführt. Rückstaus wären die Folge.

Die Diskussion um den zweigleisigen Ausbau wird bereits seit über 30 Jahren geführt. Die Staatsregierung stelle sich gerne als Vorreiter ökologischer Verkehrspolitik dar, wenn es dann jedoch zum Schwur käme, fällt sie immer wieder in die verkehrspolitische Steinzeit zurück. Außerdem fokussiere man sich auf die unsägliche 2. Stammstrecke in München, durch die weder Geld noch Planungsleistungen für den Rest des Freistaats übrig blieben. Dies widerspräche auch dem groß angekündigten Einsatz für gleiche Lebensverhältnisse in ganz Bayern. Auch vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und auch älterer Tourist*innen könne man nicht einseitig auf den motorisierten Individualverkehr setzen, der einen großen Teil der Bevölkerung von zukunftsfähiger Mobilität ausschließen würde.

Hier der Download zur Antwort des Staatsministeriums auf die schriftliche Anfrage von MdL Markus Ganserer:

2014_07_14_Antwort_Werdenfelsnetz

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