Staudamm bedroht Kultstätte der Mapuche

Chile muss Ilo Konvention 169 beachten

Am Mittwoch 22. Oktober war im Rahmen unserer Galeriegespräche Frau Juana Kuante, politisches und spirituelles Oberhaupt der Mapuche-Gemeinschaft von Pitriuco aus dem Süden Chiles zu Gast.

Juana Kuante versucht im Rahmen einer Europareise auf die Auswirkungen des geplanten Baus mehrerer Stauseen durch das Stromversorgungsunternehmen Empresa Eléctrica Pilmaiquén S.A aufmerksam zu machen. Drei der Stauseen sind in dem Fluss Pilmaquién geplant. Durch den Bau würde ein 18 km² großes Gebiet überflutet werden, in dem sich auch die Kultstätte der Mapuche Williche, Ngen Mapu Kintuante befindet. Der Bau ist somit ein offener Angriff auf die Religion der Mapuche, ihrer Rituale und eine Verletzung ihres Kulturerbes.

Dabei hat die Republik Chile im Jahr 2008 die ILO-Konvention 169  zum Schutz Indigener Völker ratifiziert. Für den Grünen Landtagsabgeordneten Markus Ganserer wäre die Überflutung der Kultstätte der Mapuche ein klarer Verstoß gegen des ILO-Übereinkommens 169. Markus Ganserer sichert deshalb Frau Kuante weitere Unterstützung zu.

Inn Artikel 14 des Übereinkommens heißt es:

… Die Eigentums- und Besitzrechte der betreffenden Völker an dem von ihnen von alters her besiedelten Land sind anzuerkennen. Außerdem sind in geeigneten Fällen Maßnahmen zu ergreifen, um das Recht der betreffenden Völker zur Nutzung von Land zu schützen, das nicht ausschließlich von ihnen besiedelt ist, zu dem sie aber im Hinblick auf ihre der Eigenversorgung dienenden und ihre traditionellen Tätigkeiten von alters her Zugang haben. …

Da oft ausländischer Konzerne und internationale Geldgeber derartige Projekte voran treiben sind sich Juana Kuante und Markus Ganserer zudem einig, dass das ILO-Übereinkommen 169, das bisher in Europa nur von Dänemark, Niederlande, Norwegen und Spanien ratifiziert wurde endlich auch von Deutschland ratifiziert werden muss.

Verwandte Artikel