S-Bahn-Ausbau nun angehen

Erfolg der langjährigen Überzeugungsarbeit der Metropolregion Nürnberg

Die Elektrifizierung der rechten Pegnitztal-Bahnstrecke (Nürnberg – Marktredwitz) ist nun im Bundesverkehrswegeplan.

Lauf/Nürnberg – „Die ersten Signale sind nun auf grün und wichtige Weichen für die lang ersehnte S-Bahn Netzerweiterung und die wichtige Regional- und Fernbahn sowie Güterbahnverbindung der Metropolregion Nürnberg in die Tschechische Republik auf der rechten Pegnitztalstrecke im Korridor Nordost sind gestellt. Die große Hürde ist genommen“. Benedikt Bisping, Bürgermeister der Stadt Lauf, und Markus Ganserer sind hoch erfreut und sehr erleichtert. Die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Nürnberg – rechte Pegnitzstrecke – Marktredwitz –  Hof, Marktredwitz –Schirnding – Grenze D/CZ wurde nach einer langen Zitterpartie nun in den „vordringlichen Bedarf“ des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen und der Bund will dafür 1,195 Mrd. Euro, davon 842 Mio. Euro für den Ausbau mit Elektrifizierung und 353 Mio. Euro für die Sanierung, investieren.

Die entschlossene und konsequente Arbeit vieler Beteiligter von Politik, Wirtschaft und Organisationen sowie der große Wunsch der Bevölkerung in der Metropolregion Nürnberg haben gezeigt, was möglich ist, wenn alle an „einem Schienenstrang ziehen und zielorientiert arbeiten“. Die jahrelangen Bemühungen, Gespräche in Berlin, München und in der Region haben diesen Erfolg erst möglich gemacht. Nun heißt es, die Planungen rasch voran zu treiben, damit wir möglichst bald Baurecht erreichen können und der Ausbau und die Elektrifizierung starten können. Mit dem bereits errechneten Nutzen/Kostenwert von 1,3 steht das Projekt gut da.

Für einen sinnvollen und vernetzten S-Bahn Betrieb mit verbesserten Zugangeboten sind neben der Elektrifizierung der Strecke weitere Investitionen notwendig: Für die Strecke Neunkirchen am Sand – Simmelsdorf-Hüttenbach stehen zusätzliche Investitionen von ca. 6,2 Mio. € (davon Netz: 1,4 Mio. €, Stationen: 1,0 Mio. €, Energie 3,8 Mio. €) an. Die zusätzlichen Gesamtkosten der in der Korridoruntersuchung Sektor Nordost unterstellten Vorzugsvariante belaufen sich auf ca. 36,4 Mio. €. Daher ist eine Förderung der Maßnahmen zwar nicht nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Bundesprogramm, aber aus Mitteln des Landes-GVFG oder Regionalisierungsmitteln zu finanzieren. Laut Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf die Anfrage des Nürnberger Abgeordneten Markus Ganserer gibt es für die Realisierung des S-Bahn-Betriebes bislang noch keine konkrete Perspektive und die Finanzierung ist derzeit offen. Ganserer und Bisping fordern daher angesichts der jetzt erfüllten Grundvoraussetzung durch die Aufnahme der Elektrifizierung in den vordringlichen Bedarf des BVWP, dass nun auch die Bayerische Staatsregierung ihre Hausaufgaben macht und die Planungen für den S-Bahn-Ausbau ebenso vorantreibt. Dieses „dicke Brett“ ist weiter zu bohren. „Hierzu liegt nun der Ball beim Freistaat Bayern“, so Ganserer und Bisping. Die Elektrifizierung wurde stets als Voraussetzung für die S-Bahn-Erweiterungen und mehr Bahnangebote auf der rechten Pegnitzstrecke genannt.

Bayreuth abgehängt?

Völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar ist für Benedikt Bisping, dass der zweigleisige Ausbau von Schnabelwaid nach Bayreuth mit Elektrifizierung im neuen Bundesverkehrswegeplan nicht berücksichtigt wurde. „Will der Bund Bayreuth abhängen und Fahrgäste auf dem Weg beispielsweise von Nürnberg nach Bayreuth in Schnabelwaid von einem modernen Elektrotriebwagen tatsächlich auf einen alten Dieselzug umsteigen lassen?“, fragt Bürgermeistert Bisping. Er fordert dazu MdB Marlene Mortler und den Bundestag auf, dies in den nun anstehenden Beratungen „unbedingt noch nachzubessern“, wie es die Interessengemeinschaft „Mut zum Lückenschluss“ in der Metropolregion Nürnberg als Gesamtkonzept stets gefordert hat.

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